Ein neues Technologieunternehmen, Humans&, gegründet von ehemaligen Forschern führender KI-Firmen wie Anthropic und xAI, stellt sich bewusst gegen den vorherrschenden Trend der automatisierungsorientierten KI-Entwicklung. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten, die vollständig autonome Systeme priorisieren, basiert Humans& auf der Prämisse, dass künstliche Intelligenz menschliche Arbeitskräfte stärken und nicht ersetzen sollte.
Der Fokuswechsel: Zusammenarbeit statt Automatisierung
Die Gründer des Unternehmens, darunter Andi Peng – zuvor Forschungswissenschaftler bei Anthropic – verweisen auf ein wachsendes Anliegen der Branche: das unermüdliche Streben nach KI, die völlig unabhängig agieren kann. Frau Peng stellte bei Anthropic fest, dass zwar erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, um sicherzustellen, dass KI-Modelle keine Unwahrheiten erzeugen oder Schaden anrichten, dass aber wenig getan wurde, um das grundlegende Problem der Arbeitsplatzverlagerung anzugehen.
„Anthropic hat sein Modell darauf trainiert, autonom zu arbeiten“, erklärte Frau Peng. „Das war nie meine Motivation. Ich betrachte Maschinen und Menschen als komplementär.“ Humans& beabsichtigt, Software zu entwickeln, die die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI erleichtert, und stellt sich eine KI-gestützte Kommunikationsplattform vor, die auch bei Aufgaben hilft, die besser für Maschinen geeignet sind, wie etwa erweiterte Internetsuchen.
Warum das wichtig ist: Die Automatisierungsdebatte
Der Aufstieg der generativen KI hat eine intensive Debatte über die Zukunft der Arbeit ausgelöst. Während einige Führungskräfte und Technologen Bedenken hinsichtlich des Verlusts von Arbeitsplätzen zurückweisen, gibt eine wachsende Zahl von Insidern aus dem Silicon Valley zu, dass in den kommenden Jahren Millionen von Arbeitsplätzen automatisiert werden könnten. Das Gegenargument ist, dass KI auch völlig neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen wird, obwohl die Einzelheiten noch weitgehend unklar sind.
Der Ansatz von Humans stellt eine direkte Herausforderung für das vorherrschende Narrativ dar, dass „KI den Menschen ersetzt“. Die Gründer des Unternehmens gehen davon aus, dass ein kollaborativeres Modell nicht nur ethisch vorzuziehen, sondern auf lange Sicht auch nachhaltiger sein wird.
Das Gesamtbild: Eine wachsende Kluft
Die Einführung von Humans& unterstreicht eine grundlegende Spaltung innerhalb der Technologiebranche. Einige Unternehmen streben nach vollautomatischen Systemen, während andere, wie Humans&, aktiv nach Möglichkeiten suchen, KI in menschlicher Arbeit zu integrieren. Diese Abteilung wirft kritische Fragen zur Zukunft der Arbeit, zur Rolle der Technologie in der Gesellschaft und zur Frage auf, ob die Automatisierung letztendlich allen zugute kommen wird – oder nur einigen wenigen.
Die Gründung von Humans& zeigt, dass die Debatte über die Rolle von KI in der Arbeitswelt noch lange nicht beigelegt ist. Der Erfolg des Unternehmens wird davon abhängen, ob es nachweisen kann, dass KI die menschlichen Fähigkeiten erweitern kann, ohne die Lebensgrundlagen zu gefährden.
