KI-generierter Roman wurde nach Entdeckung aus der Veröffentlichung entfernt

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Verleger sehen sich einer neuen Realität gegenüber: Künstliche Intelligenz kann jetzt marktfähige Belletristik schreiben, und die Branche kämpft darum, aufzuholen. Ein Horrorroman mit dem Titel „Shy Girl“, der bei den Lesern schnell Anklang fand, wurde von Hachette aus der Veröffentlichung zurückgezogen, nachdem ein KI-Erkennungsprogramm 78 % seines Inhalts als maschinengeneriert gekennzeichnet hatte.

Die Geschichte hinter „Shy Girl“

Im Mittelpunkt des im Februar 2025 erschienenen Buches steht eine junge Frau, die von einem Online-Bekannten gefangen gehalten und misshandelt wird. Es erlangte Popularität wegen seiner rohen, brutalen Darstellung des Rache-Horrors. Hachette hatte ursprünglich geplant, den Roman in diesem Frühjahr sowohl in Großbritannien (wo er letzten Herbst veröffentlicht wurde) als auch in den USA zu veröffentlichen.

Wie die KI erkannt wurde

Bei den Lesern gab es Bedenken hinsichtlich der Ursprünge des Buches, da sie inkonsistente Schreibweisen, bizarre Metaphern und sich wiederholende Formulierungen bemerkten. Max Spero, CEO von Pangram – einem KI-Erkennungsdienst – beschloss, die Behauptungen zu überprüfen. Mithilfe von Pangrams Werkzeugen fand Spero überwältigende Beweise dafür, dass der Roman größtenteils von KI produziert wurde. Seine Erkenntnisse wurden im Januar auf X (ehemals Twitter) öffentlich geteilt.

Reaktion des Herausgebers und Auswirkungen auf die Branche

Nachdem der öffentliche Druck zunahm, bestätigte Hachette die Vorwürfe und stornierte sowohl die US- als auch die britische Ausgabe von „Shy Girl“. Dieser Vorfall ist einer der ersten aufsehenerregenden Fälle, in denen KI-gestütztes Schreiben dazu geführt hat, dass ein Buch aus der Veröffentlichung genommen wurde.

Die Veranstaltung verdeutlicht eine große Herausforderung für die Verlagswelt: KI-generierte Inhalte werden immer ausgefeilter, was es schwierig macht, sie von von Menschen verfassten Werken zu unterscheiden. Dies wirft Fragen zu Urheberschaft, Originalität und der Zukunft der Kreativwirtschaft auf.

Die Tatsache, dass KI nun mit minimalem menschlichen Eingriff kommerziell nutzbare Belletristik produzieren kann, legt nahe, dass Verlage bessere Erkennungsmethoden entwickeln und ihre Verifizierungsprozesse anpassen müssen. Dieser Vorfall dient als Weckruf: KI ist nicht nur ein Werkzeug zum Bearbeiten oder Brainstorming – sie kann jetzt das gesamte Buch schreiben.