DoorDash führt vorübergehende finanzielle Unterstützung für seine Fahrer in den USA und Kanada ein, da eskalierende geopolitische Spannungen – insbesondere der anhaltende Konflikt zwischen dem Iran und den USA – zu einem starken Anstieg der Benzinpreise beitragen. Der Schritt erfolgt, da Zustellfahrer, die als unabhängige Auftragnehmer gelten, die volle Last der Treibstoffkosten tragen und keine garantierten Lohnerhöhungen erhalten.
Die steigenden Lieferkosten
Im Gegensatz zu herkömmlichen Beschäftigungsmodellen, bei denen Unternehmen häufig die Betriebskosten übernehmen, stellt Benzin für Lieferfahrer einen erheblichen Kostenfaktor dar. Eine Umfrage von Human Rights Watch in Texas aus dem Jahr 2025 ergab, dass Gig-Arbeiter durchschnittlich 100 US-Dollar pro Woche für Treibstoff ausgaben, was 2,76 US-Dollar pro Arbeitsstunde entspricht, als Benzin etwa 3 US-Dollar pro Gallone kostete.
Heute ist die Situation kritischer. AAA-Daten zeigen, dass der nationale Durchschnitt für Normalgas derzeit bei 3,96 US-Dollar pro Gallone liegt – mehr als einen Dollar mehr als im letzten Monat, wobei in einigen Regionen sogar mehr als 4 US-Dollar pro Gallone anfallen. Dieser Anstieg wirkt sich direkt auf die Rentabilität der Fahrer aus. Während die Ausgaben steigen, bleiben die Löhne der Lieferplattformen unverändert, und die schwankende Nachfrage aufgrund allgemeiner wirtschaftlicher Zwänge hindert die Fahrer daran, die Kosten durch höhere Bestellungen auszugleichen.
Das Ergebnis ist eine schrumpfende Gewinnspanne für Fahrer, die möglicherweise ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aus der Branche ausscheiden.
DoorDashs Antwort
Das bis zum 26. April aktive Hilfsprogramm von DoorDash bietet berechtigten Fahrern, die mindestens 125 Meilen an Lieferungen zurücklegen, wöchentliche Zahlungen. Diese Zahlungen beginnen bei 5 US-Dollar und ersparen den Fahrern möglicherweise 1 bis 1,50 US-Dollar pro Gallone.
Fahrer, die die Crimson-Debitkarte von DoorDash verwenden, erhalten außerdem zusätzlich 10 % Cashback auf den Benzinkauf, was eine potenzielle Ersparnis von bis zu 1,90 US-Dollar pro Gallone bedeutet.
Dies ist nicht das erste Mal, dass DoorDash auf steigende Kraftstoffpreise reagiert: Ein ähnliches Programm wurde 2022 nach der russischen Invasion in der Ukraine gestartet. Uber und Grubhub reagierten in diesem Zeitraum auch mit Treibstoffzuschlägen und erhöhten Fahrergehältern.
Was kommt als nächstes?
Es bleibt abzuwarten, ob andere Lieferplattformen ähnliche Hilfsmaßnahmen umsetzen werden. Die langfristige Nachhaltigkeit von Gig-Arbeiten hängt von der Bewältigung der finanziellen Belastung der Fahrer ab, insbesondere da geopolitische Instabilität und steigende Kraftstoffkosten immer häufiger auftreten. Ohne umfassendere systemische Veränderungen läuft die Branche Gefahr, Arbeitskräfte zu verlieren, obwohl die Nachfrage nach Lieferdiensten weiterhin hoch ist.
Die aktuelle Situation verdeutlicht die Anfälligkeit von Gig-Arbeitern gegenüber externen wirtschaftlichen Schocks und unterstreicht die Notwendigkeit, dass Plattformen nach einem robusteren finanziellen Schutz für ihre Auftragnehmer suchen.
