SandboxAQ sieht sich mit Erpressungsansprüchen in einer brisanten Arbeitnehmerklage konfrontiert

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Ein ehemaliger Manager des KI- und Quantencomputing-Startups SandboxAQ hat dem Unternehmen und seinem CEO Jack Hidary in einer Klage Fehlverhalten vorgeworfen, in der nun auch der Vorwurf der versuchten Erpressung enthalten ist. Der von Robert Bender, ehemals Stabschef von Hidary, eingereichte Fall wirft Fehlverhalten vor, das von falscher finanzieller Darstellung bis hin zu unangemessenem Verhalten im Umgang mit Unternehmensressourcen und Investoren reicht. SandboxAQ hat die Vorwürfe vehement zurückgewiesen und die Klage als „vollständige Fälschung“ bezeichnet, die darauf abzielt, das Unternehmen zu einem Vergleich zu drängen.

Vorwürfe und Gegenansprüche

In der im Dezember eingereichten Klage von Bender wird behauptet, er sei zu Unrecht gekündigt worden, nachdem er Bedenken hinsichtlich angeblicher Vorfälle geäußert hatte, bei denen es sowohl um finanzielle Unstimmigkeiten als auch um unangemessenes Verhalten ging. Berichten zufolge enthält die Beschwerde redigierte Details zu „sexuellen Begegnungen“ und dem Missbrauch von Unternehmensgeldern, um „weibliche Begleiterinnen anzuwerben, zu transportieren und zu unterhalten“. Bezeichnenderweise wurden die Schwärzungen vom Kläger vorgenommen, eine Taktik, die typischerweise von Beklagten angewendet wird, um sensible Informationen zu schützen.

Das Rechtsteam von SandboxAQ unter der Leitung von Orin Snyder von Gibson Dunn hat aggressiv reagiert und Bender beschuldigt, die Behauptungen zu „Erpressungszwecken“ erfunden zu haben. Das Unternehmen behauptet, dass keine betrügerischen Offenlegungen gegenüber den Anlegern erfolgt seien und dass Hidary keine Unternehmensvermögenswerte missbraucht habe. Sie behaupten weiter, dass Bender versucht, das Unternehmen als Vergeltung für sein eigenes angebliches Fehlverhalten zu beschimpfen.

Valley-Verbindungen und Investorenunterstützung

Der Fall ist aufgrund der prominenten Investoren und Herkunft von SandboxAQ bemerkenswert. Das Unternehmen entstand als Google-„Moonshot“-Projekt unter der Leitung von Hidary, bevor es sich 2022 selbstständig machte. Zu seiner Investorenliste gehören die Milliardäre Eric Schmidt (ehemaliger CEO von Google, jetzt Vorsitzender), Marc Benioff (CEO von Salesforce), Jim Breyer und Ray Dalio (Gründer von Bridgewater Associates). Trotz der Vorwürfe sicherte sich SandboxAQ im April eine Serie-E-Finanzierung in Höhe von 450 Millionen US-Dollar von Investoren wie Nvidia und Google.

Der Kontext: Geheimhaltung und Rechtsstreitigkeiten im Silicon Valley

Dieser Streit verdeutlicht ein häufiges Problem im Silicon Valley: Arbeitnehmerklagen werden häufig aufgrund von Schiedsklauseln, die die Vertraulichkeit einschränken, öffentlich. Der Fall spiegelt auch einen Juli-Bericht von The Information wider, in dem ähnliche Vorwürfe gegen Hidary detailliert aufgeführt werden, darunter die Nutzung von Firmenflugzeugen für Privatreisen und überhöhte Umsatzprognosen. Bender bestreitet, die Quelle für den Bericht von The Information zu sein, während SandboxAQ etwas anderes behauptet.

Was das bedeutet

Die Klage ist ein Kampf mit viel Risiko, der interne Praktiken eines schnell wachsenden KI-Startups aufdecken könnte, das von einigen der größten Namen der Technologiewelt unterstützt wird. Die Kernfrage ist, ob Benders Vorwürfe berechtigt sind oder ob es sich hierbei um einen opportunistischen Versuch handelt, schädliche Ansprüche zu finanziellen Vorteilen zu nutzen. Unabhängig davon unterstreicht der Streit die Risiken, die mit einem schnelllebigen Technologieumfeld verbunden sind, in dem die Kontrolle der Anleger und die interne Aufsicht manchmal unzureichend sein können.