Google stimmt einem Vergleich in Höhe von 135 Millionen US-Dollar wegen Android-Datenerfassungspraktiken zu

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Google hat eine vorläufige Vereinbarung zur Zahlung von 135 Millionen US-Dollar getroffen, um eine Sammelklage beizulegen, in der dem Technologieriesen vorgeworfen wird, heimlich die Mobilfunkdaten von Nutzern zu verbrauchen. Der Vergleich befasst sich mit Vorwürfen, dass Android-Geräte ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer Informationen an Google-Server übertragen haben, selbst wenn Nutzer ihre Telefone nicht aktiv nutzten.

Obwohl Google kein Verschulden eingestanden hat, unternimmt das Unternehmen Schritte, um die Transparenz zu erhöhen und den Nutzern mehr Kontrolle über die Nutzung von Hintergrunddaten zu geben. Diese Vereinbarung betrifft eine riesige Gruppe von Nutzern – möglicherweise bis zu 100 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten – und markiert einen weiteren wichtigen Moment in der laufenden Debatte über den digitalen Datenschutz und die Praktiken von Unternehmensdaten.

Die Vorwürfe verstehen

Im Mittelpunkt der Klage Taylor gegen Google LLC steht die Art und Weise, wie Android-Geräte mit der Datenübertragung umgehen. Die Kläger argumentierten, dass Google mobile Geräte veranlasst habe, im Hintergrund verschiedene Arten von Informationen an seine Server zu senden. Diese Aktivität verbrauchte Mobilfunkdaten ohne Wissen oder Erlaubnis der Benutzer, was häufig vorkam, wenn die Geräte nicht mit dem WLAN verbunden waren.

Warum das wichtig ist: Seit Jahren äußern Verbraucher Bedenken hinsichtlich der „Datenerfassung“. Diese Einigung verdeutlicht einen besonderen Konfliktpunkt: die versteckten Kosten und die Auswirkungen auf die Privatsphäre durch Hintergrundaktivitäten von Apps. Es wirft umfassendere Fragen darüber auf, wie viel Kontrolle Benutzer tatsächlich über die Konnektivität und Datennutzung ihres Geräts haben.

Änderungen an den Praktiken von Google

Im Rahmen des Vergleichs muss Google zwei wichtige Änderungen an seinem Betrieb vornehmen:

  1. Aktualisierte Nutzungsbedingungen: Google wird seine Google Play-Bedingungen überarbeiten, um klarzustellen, dass bestimmte Datenübertragungen passiv erfolgen, selbst wenn das Gerät inaktiv ist. Außerdem wird klargestellt, dass Mobilfunkdaten verwendet werden können, wenn kein WLAN verfügbar ist.
  2. Einwilligung und Kontrolle des Benutzers: Während der Geräteeinrichtung werden Benutzer um eine ausdrückliche Zustimmung zu diesen Hintergrunddatenübertragungen gebeten. Wenn ein Nutzer außerdem die Option „Datennutzung im Hintergrund zulassen“ deaktiviert, stellt Google die Erfassung von Daten im Hintergrund für diese spezifischen Dienste vollständig ein.

Diese Änderungen zielen darauf ab, das Gleichgewicht von der impliziten, versteckten Datennutzung hin zu expliziten, benutzerbewussten Berechtigungen zu verschieben.

Wer hat Anspruch auf eine Entschädigung?

Um sich für eine Zahlung im Rahmen dieser Vereinbarung zu qualifizieren, müssen Sie alle vier der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Sie sind eine lebende Person mit Wohnsitz in den Vereinigten Staaten.
  • Sie haben ein Android-Mobilgerät mit einem Mobilfunk-Datentarif verwendet.
  • Sie haben dieses Gerät zwischen dem 12. November 2017 und dem Datum verwendet, an dem der Vergleich die endgültige gerichtliche Genehmigung erhält.
  • Sie sind nicht bereits Teil der Klage Csupo gegen Google LLC, bei der es sich um einen separaten Vergleich speziell für Einwohner Kaliforniens handelt.

Hinweis: Auch wenn Sie kein Benachrichtigungsschreiben oder keine E-Mail erhalten haben, sind Sie möglicherweise dennoch berechtigt. Sie können Ihren Status überprüfen, indem Sie 1-844-655-4255 anrufen, eine E-Mail an [email protected] senden oder eine Anfrage per Post an den Vergleichsverwalter in Philadelphia senden.

So fordern Sie Ihre Zahlung an

Die Vergleichswebsite ist jetzt online und ermöglicht berechtigten Antragstellern, ihre Zahlungspräferenzen zu registrieren. Folgendes müssen Sie wissen:

  • Registrierung: Sie benötigen eine Benachrichtigungs-ID und einen Bestätigungscode, die den berechtigten Antragstellern per Post oder E-Mail zugesandt wurden.
  • Frist: Sie können Ihre Zahlungsmethode bis zur endgültigen Genehmigungsverhandlung am 23. Juni hinzufügen oder ändern.
  • Einsprüche: Wenn Sie dem Vergleich widersprechen oder sich davon ausschließen möchten, müssen Sie dies bis zum 29. Mai tun.

Wichtig: Wenn Sie berechtigt sind, aber nichts unternehmen, erhalten Sie trotzdem eine Zahlung. Die Nichtbereitstellung von Zahlungsdetails kann jedoch das Risiko erhöhen, dass die Zahlung verloren geht oder nur schwer wiedererlangt werden kann.

Wie viel erhalten Sie?

Die genaue Auszahlung pro Person steht noch nicht fest. Der Gesamtfonds von 135 Millionen US-Dollar muss zunächst Verwaltungskosten, Steuern und Anwaltskosten decken. Nach diesen Abzügen:

  • Der Verwalter wird versuchen, die verbleibenden Mittel gleichmäßig auf alle berechtigten Antragsteller zu verteilen.
  • Die maximal mögliche Auszahlung beträgt 100 $ pro Person.
  • Wenn nach der ersten Ausschüttung Mittel übrig bleiben und dies wirtschaftlich machbar ist, können diese an frühere Antragsteller umverteilt werden. Andernfalls gehen die verbleibenden Mittel an eine gerichtlich zugelassene Organisation.

Zahlungen werden erst ausgezahlt, nachdem das Gericht die endgültige Genehmigung erteilt und etwaige Einsprüche entschieden haben.

Fazit

Diese Einigung stellt eine bedeutende finanzielle Anerkennung der Bedenken der Benutzer hinsichtlich der Hintergrunddatennutzung auf Android-Geräten dar. Auch wenn die individuellen Auszahlungen bescheiden ausfallen mögen, setzt die Forderung nach mehr Transparenz und Benutzereinwilligung einen neuen Standard dafür, wie Technologieunternehmen Datenpraktiken kommunizieren müssen. Für Benutzer unterstreicht es, wie wichtig es ist, die Geräteeinstellungen zu überprüfen und zu verstehen, wie personenbezogene Daten erfasst und übertragen werden.